
Jahreshauptversammlung
des SPD-Ortsvereins Lützellinden
Dietlind Grabe-Bolz und
Gerhard Merz zu Gast.
Ehrung langjährige Mitglieder.
Mit Oberbürgermeisterkandidatin Dietlind Grabe-Bolz und dem Land-tagsabgeordneten Gerhard Merz hatte der SPD-Ortsverein Lützellinden zwei heimische Hochkaräter aus den eigenen Reihen bei seiner Jahreshauptversammlung zu Gast.
Dem Jahresbericht des zweiten Ortsvereinsvorsitzenden Rolf Krieger, der den terminlich verhinderten Vorsitzenden Stefan Bechthold vertrat, konnte man entnehmen, dass die Mitgliederzahl auf 30 gesunken ist.
In der offenen Aussprache nach den Ausführungen von Dietlind Grabe-Bolz nahm das Thema Gewerbegebiet Lützellinden den größten Platz ein. Krieger wollte wissen, wie hierzu die Position der beiden Politiker ist. Dabei machte er deutlich, dass dieses Thema für für viele Lützellindener von wahlentscheidender Bedeutung" sei. Krieger selbst lehnt wie die meisten Einwohner eine Erschließung des Gebiets Pfaffenpfad ab, da es „zu nah am Ortsteil liegt". Grabe-Bolz und Merz hingegen möchten diese Option offenhalten. „Wir sind immer zu Diskussionen bereit", sagte Merz, der es zudem angesichts der Wirtschaftskrise für „nicht mehr realistisch" hielt, dass ein Investor 50 Hektar oder mehr Fläche verlangen wird. Voraussichtlich am 20. Mai soll es einen Ortstermin geben, um sich einen gemeinsamen Überblick über die zur Diskussion stehenden Flächen zu verschaffen. Dietlind Grabe-Bolz hatte zuvor betont, dass sie die Bürger nach einem Wahlsieg eng in die zukünftige Entwicklung Gießens einbinden wolle. „Demokratie gebietet diese Art politische Führung", sagte sie und übte harsche Kritik an der aktuellen Stadtführung, „von der Gießen unter Wert regiert wird" und die, wie sich jetzt beim Rathaus zeige, nicht mit Geld umgehen könne.
Laut der Spitzenkandidatin gebe es in der Stadt große Potenziale und eine engagierte Bürgerschaft. OB Heinz-Peter Haumann warf Grabe-Bolz vor, in keine der Entscheidungen seines Dezernenten Thomas Rausch - „Bei Beschwerden fällt immer wieder sein Name" - einzugreifen und alles laufen zu lassen, ohne einen Konsens zu suchen. Das Ergebnis sehe man etwa an der ihrer Ansicht nach misslungenen Gestaltung des Marktplatzes.
Als Schwerpunkte ihres Programms nannte sie die Themen Familie, Bildung, Wirtschaft und Bürgerbeteiligung.
Bei seiner Analyse der Situation der hessischen SPD fand Gerhard Merz deutliche Worte. „Wir sind bei der Wahl wegen des Wortbruchs fürchterlich abgestraft worden", räumte er ein. Nun gelte es, das Vertrauen wieder zurückzugewinnen, wofür er um die Unterstützung aller Ortsvereine warb. Mit Thorsten Schäfer - Gümbel sei ein Neuanfang gelungen, betonte Merz.
Auf 40 Jahre SPD-Zughörigkeit brachten es Eberhard Jung und Helmut Ohly. Für zehn Jahr wurde Samuele Carta geehrt. Nicht anwesend waren die Jubilare Inge Rocke und Hans-Ludwig Vogt (jeweils 35 Jahre Parteizugehörigkeit) sowie der Vorsitzende und Fernwalder Bürgermeisterkandidat Stefan Bechthold (zehn Jahre).